Tennis, polysportive Spiele und kulinarische Köstlichkeiten..

Den ganzen Bericht inkl. Bilder gibt's auch als PDF-Datei.

Zum dritten Mal begegneten sich sportbegeisterte Asylsuchende und unterstützende Privatpersonen beim Tennisclub Rüti.

Treffpunkt war der Bahnhof Rüti. Dort fanden sich Asylsuchende aus den verschiedensten Nationen ein und für einmal glänzte der Bahnhof in internationaler Besetzung. Die Teamgruppe um Michi Bernegger (der bei zahlreichen sozialen Anlässen tatkräftig mithilft), Gabriella Pollreich (die durch ihre immense Erfahrung im Jugendbereich viele Steine ins Rollen bringt), Hanspeter Kaspar (Vize-Präsi vom TC Rüti, Jurist und Realist, der durch seine klaren Zielsetzungen und Erfahrungen, gepaart mit einem Herzen am richtigen Fleck, wertvolle Wege aufzeigt), Andrea Koula (von der Asylorganisation Zürich, die den Alltag und die Integration der Flüchtlingen mit viel Zielorientierung, Effizienz und natürlicher Herzlichkeit organisieren hilft) und als Unterstützung die Familie Horneck (Daniela, Amon Peter) erwartete die quirlige Schar.

Um 15.00 Uhr war Aufbruch, zum Teil mit Fahrrad, zum Teil per Auto zu den wunderschön gelegenen Rütener Tennisplätzen im Niggital.

Dort angekommen wurde auf drei Plätzen mit je 8 Teilnehmern bei über 30 Grad Hitze Tennis geübt. Es sei gesagt, Tennis ist ein sehr anspruchsvoller Sport und braucht viel Disziplin, Übung und Ehrgeiz. Die meisten jungen Männer stellten sich den Anforderungen und schon nach kurzer Zeit behandelten sie den Ball in echt guter Manier und hatten Freude am Erlernten. Der Hitzepegel war sehr hoch. Für die Afrikaner ein gewohntes Umfeld, für uns Schweizer: schweisstreibend. Nach anderthalb Stunden schönem Training, das fachgerecht vermittelt wurde, und immer wieder durch kühle Trinksamen eine spürbare Erleichterung erfuhr, war der Zeitpunkt für den zweiten Teil des Nachmittags gekommen. Über den Spazierweg ging es hinauf zum Anwesen der Familie Horneck. Endlich angekommen, ging es hinein in das erfrischende Nass des Pools. Ein gesundes Nachmittagsbuffet mit exotischen und einheimischen Früchten, Salat und Dessert ladete zum Verweilen ein. Bevor dies aber verschlungen wurde, ging es ab aufs Trampolin, zu kleinen Fussballbegegnungen im Kleinfeld, zu spannenden Tischtennis-Matches und zu recht ausgiebigen Konversationen zwischen Asylsuchenden und Europäern. Während die einheimischen Herren, wie schon zuvor das Tennistraining, nun auch die sportlichen Aktivitäten strikte begleiteten, brachten Gabriella, Andrea und Daniela eine weitere Stimmung ein, die im Asylbereich wichtig ist: Nähe und Bereitschaft zu Kommunikation dieser schicksalsbehafteten Flüchtlingsgruppe gegenüber. Andrea Koula von der AOZ zeigte hier ihre Herzensstärke gegenüber dieser Gemeinschaft. Aus den alltägliche Begegnungen mit den jungen Menschen hat sie ihre Nöte erfahren und versteht es auch, kulturelle Unterschiede aufzufangen und zu erklären. So begleitet sie die Flüchtlinge auf ihrem Weg der Integration einfühlsam. Andrea muss diese Belastung (das Mittragen der Schicksale) ständig aushalten, sie bringt es aber mit viel Humor fertig, mit dieser Herausforderung um zugehen.

Beim Fussball konnten wir die unglaubliche Schnelligkeit und das grosse spielerische Können der Afrikaner beobachten,die mit dem Ball umgehen, als wäre er am Fuss angewachsen. Ein echter Leckerbissen für Fussballfans. Ein wirklich schöner Tag ging seinem Ende zu, kein einziger Wermutstropfen. Viel Freude und Lachen begleitete dieses Unternehmen. Zum Schluss blieben die Organisatoren in entspannter Stimmung noch lange beisammen, während die Asylsuchenden sich auf den ungewissen Heimweg machten.

Der Tennisclub Rüti hat wirklich sozialkompetente Verantwortliche und Freunde, die so einen Anlass mit Freude begleiten, obwohl sie selber alle unter Alltagsstress stehen. Im Vorfeld hat zudem unser Club- und Juniorentrainer, Sven Huttinger mit Bereitstellung von Material und Tennisschlägern für einen reibungslosen Ablauf gesorgt.

Ein grosses Dankeschön an alle Unterstützenden im Namen der Asylsuchenden!

Persönliches Fazit vom Autor

Es ist sehr wichtig, mit Sport, Spiel und Gesprächen den grauen Alltag unserer schicksalsbehafteten Gäste aufzuhellen. Damit steigt unser Verständnis für ihre Kultur und es fällt bedeutend leichter, zu vermitteln zwischen unserer Welt und ihrer.

Auch die Politik zeigt in eine neue Öffnung für eine sinnvolle, effiziente Integration. Vor allem deshalb,weil im 2019 in den neu zu eröffnenden kantonalen Asylzentren zuerst die Abklärung über eine Asylberechtigung erfolgt, bevor eine Zuteilung in die Gemeinden stattfindet. Somit besteht die Möglichkeit, zusätzlich mit den zu erwartenden Erleichterungen bei der Arbeitssuche diese jungen Menschen innert nützlicher Frist in den Arbeitsprozess einzugliedern. In meinen Augen ist Arbeit die grösste Priorität im Leben eines 23-27-jährigen Menschen. In Zukunft werden nur noch Migranten mit abgeklärtem Aufenthaltsstatus den Gemeinden zugewiesen. Bis dahin ist es wichtig, den Alltag der bei uns untergebrachten Flüchtlinge menschlich zu gestalten. Aber wenn wir wirklich helfen wollen, müssen wir heute schon Möglichkeiten suchen, um Systeme aufzubauen, die Asylberechtigten eine schnelle Integration und Selbstständigkeit durch Arbeitstätigkeit ermöglichen. Dies ist auch wichtig für unser Sozialsystem.

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